© 2015
(*22.
August
1911
in
Mährisch
Trübau,
†
15.
April
1999
in
Weißenburg
war
eine
herausragende
Persönlichkeit
des
kulturellen
Lebens
im
Raum
Weißenburg
in
der
zweiten
Hälfte
des
20.
Jahrhunderts.
Mehrere
Begabungen
und
Ereignisse
sollten
sein
Leben
kennzeichnen:
•
seine Geburtsheimat,
•
sein volkskundliches Interesse,
•
seine musikalische Begabung,
•
seine zeichnerische Begabung.
Lidl
wurde
im
Schönhengstgau
geboren,
der
damals
größten
deutschen
Sprachinsel
an
der
böhmisch-mährischen
Grenze.
Sie
war
von
1938
bis
1945
Teil
des
Sudetenlandes
und
damit
des
Deutschen
Reiches.
Josef
Lidl
hatte
zwei
Brüder.
Sein
Vater
war
Brauführer
im
Bürgerlichen
Brauhaus.
Nach
der
Schulzeit
in
Mährisch
Trübau
studierte
er
in
Prag
Kunst
und
Musik
und
war
danach
Gymnasiallehrer
in
Neutitschein.
Der
1937
geschlossenen
Ehe
mit
Erni
Janiczek
entstammt
eine
Tochter:
Gerti
Lidl
Griesbauer,
die
in
Weißenburg
lebt.
1939
wurde
Lidl
nach
Mährisch
Trübau
versetzt,
aber
schon
1940
wurde
er
zur
Wehrmacht
einberufen.
Nach
Kriegsdienst
und
russischer
und
tschechischer
Gefangenschaft
fand
er
nach
seiner
Vertreibung
1946
seine
Frau
in
Treuchtlingen
wieder,
die
hier
im
Schuldienst
stand.
Er
selbst
bekam
1947
eine
Anstellung
am
Gymnasium
in
Weißenburg,
wo
er
bis
zu
seiner
Pensionierung
1976
als Gymnasialprofessor unterrichtete.
Mit
acht
Jahren
erhielt
Josef
Lidl
Geigenunterricht.
Später
erlernte
er
auch
das
Klavierspiel.
1923
erlebte
Josef
Lidl
das
Abschlusssingen
der
"1.
Finkensteiner
Woche"
am
Trübauer
Marktplatz,
das
ihn
sehr
beeindruckte.
1924
stieß
er
zum
"Wandervogel",
einer
Gemeinschaft
junger
Menschen,
die
sich
neben
dem
Wandern
vor
allem
dem
Volkslied,
der
Volkskunst,
der
Volksmusik
und
dem
Volkstanz
widmete.
Schon
während
seiner
Schulzeit
in
seiner
Heimatstadt
musizierte
Josef
Lidl
in
verschiedenen
Gruppen
mit
und
gründete
1927
ein
eigenes
Streichquartett,
dem
seine
spätere
Frau
Erni
und
ein
Bruder
angehörten.
Während
seines
Hochschulstudiums
in
Prag
belegte
er
auch
an
der
Akademie
für
Bildende
Künste
das
Fach
Graphik.
In
dieser
Zeit
gehörte
er
der
Singgemeinde,
einem
Streichquartett
und
dem
"Collegium
musicum"
an,
hielt
aber
stets
Verbindung
zur
Trübauer
Wandervogelgemeinde.
So
kam
Lidl
als
Grenzlanddeutscher
schon
früh
mit
dem
tschechischen
Nachbarvolk
in
Kontakt,
konnte
seine
Sprache
und
erkannte,
wie
wertvoll
es
ist,
in
einer
Heimatgemeinschaft
eingebunden
zu
sein.
Er
widmete
sich
der
Volkskunde,
zeichnete
in
den
Ferien
Giebelsprüche
mitsamt
Bemalung
von
Schönhengster
Bauernhäusern und fotografierte die dortigen Kunstwerke.
Leider gingen diese Arbeiten größtenteils verloren. Erfolgreich setzte er sich zusammen mit Adolf Jenisch für die
Erneuerung und Wiedereinführung der Schönhengster Tracht ein.
Als
junger
Lehrer
war
er
drei
Jahre
Kunst-
und
Musikerzieher
in
Neutitschein
in
Nordmähren,
einer
Stadt
an
derdeutsch
tschechischen
Sprachgrenze
mit
damals
9.800
deutschen
und
4.240
tschechischen
Einwohnern.
Lidl
bemerkt
dazu:
"Vor
meiner
Anstellung
in
Neutitschein
war
ich
einige
Wochen
an
der
deutschen
Kulturverbandsschule
in
Jablunkau
tätig.
Es
war
eine
deutsche
Minderheit
mitten
zwischen
Polen,
Goralen
und
einigen
Tschechen.
Hier
lernte
ich
eine
mustergültige
Opfer-
und
Einsatzbereitschaft
für
die
eigenen
Landsleute
bei
gleichzeitigem
gutem
Einvernehmen
mit
der
anderssprachigen
Bevölkerung kennen."
Josef Lidl
Schönhengster Heimatmuseum
Foto: Schönhengster Heimatmuseum